Das Akkordeon-Orchester Kaltenkirchen e.V. blickt heute auf eine über 55-jährige Geschichte zurück. In dieser langen Zeit haben viele engagierte Menschen das Orchester geprägt, begleitet und weiterentwickelt. Ein vollständiger Rückblick würde ganze Bücher füllen – daher stellen wir hier die wichtigsten Stationen unserer Entwicklung vor.
Die Gründung – Vision und Aufbruch

Im Oktober 1967 erfüllte sich für den Kaltenkirchener Musiklehrer Paul Mohr ein lang gehegter Wunsch: Er lud erstmals Interessierte zur Gründung eines Akkordeon-Orchesters ein.
Am 14. Juni 1968 war es schließlich so weit – das Akkordeon-Orchester Kaltenkirchen wurde offiziell von Paul Mohr und zehn Musikerinnen und Musikern gegründet.
Bereits im September 1968 entstand zusätzlich ein Kinder- und Jugendorchester. Noch im selben Jahr konnte mit Unterstützung des Holsteinischen Akkordeon-Orchesters Elmshorn das erste Konzert in Hüttmanns Gasthof in Kaltenkirchen gegeben werden.
Am 2. Februar 1973 wurde das Orchester als eingetragener Verein anerkannt und trägt seitdem den Namen Akkordeon-Orchester Kaltenkirchen e.V.
Unsere Dirigenten
Am 16. Mai 1976 übergab Paul Mohr die musikalische Leitung. Bis zu seinem Tod im Jahr 1996 blieb er dem Orchester als Ehrendirigent eng verbunden.
Sein Nachfolger wurde Günther Marschner, ein vielseitiger Musiker, instrumental zu Hause am Klavier und der Flöte. In den folgenden 18 Jahren führte er das Orchester musikalisch in neue Richtungen. Durch seine zahlreichen Arrangements verlagerte sich der Schwerpunkt zunehmend von reiner Akkordeon-Orchesterliteratur hin zur Unterhaltungsmusik. Die Zahl der Auftritte stieg stetig, und die von ihm gegründete Musikschule Marschner sorgte über viele Jahre für musikalischen Nachwuchs.
Als Günther Marschner 1993 seinen Rückzug ankündigte, begann eine intensive Suche nach einem neuen Dirigenten. Anfang 1994 übernahm Kay Petersen, Akkordeonlehrer am Hamburger Konservatorium, die Leitung der drei Orchester. Da sich jedoch musikalisch und organisatorisch keine gemeinsame Linie entwickeln konnte, endete die Zusammenarbeit nach drei Jahren.
Im Jahr 1997 fand das Orchester schließlich seinen heutigen Dirigenten: Über das Akkordeon-Centrum Brusch kam der Kontakt zu dem damals 26-jährigen Diplom-Musikpädagogen Karsten Schnack aus Kiel zustande. Die musikalische Chemie stimmte von Beginn an – im August 1997 übernahm er die Leitung.
Mit Karsten Schnack knüpfte das Orchester musikalisch und spieltechnisch wieder an frühere Stärken an und konnte seine Leistungsfähigkeit weiter ausbauen. Das Repertoire wurde dabei kontinuierlich erweitert, insbesondere um Werke aus Rock- und Popmusik, ohne die musikalischen Wurzeln zu vernachlässigen.

Unser Logo
Bei einem internen Wettbewerb 1978 zur Gestaltung eines Orchesterlogos setzte sich unter 60 Entwürfen der Vorschlag von Hetti Fiehland durch. Dieses Logo ist – mit nur wenigen farblichen Anpassungen – bis heute das unverwechselbare Markenzeichen des Orchesters.
Unser Zuhause
Nach mehr als zehn Jahren Probenarbeit im Ostpastorat erhielt das Orchester 1979 von der Familie Fiehland einen eigenen Probenraum unter der Kreissparkasse Kaltenkirchen. Ein großer Schritt nach vorn: Der ständige Auf- und Abbau entfiel, und es stand ausreichend Platz für Instrumente und Noten zur Verfügung.
Im Jahr 1998 zog das Orchester in seinen heutigen, großzügigen Probenraum in der Holstenstraße 27 um. Auch dieser Raum wurde – wie zuvor – von der Familie Fiehland zur Verfügung gestellt. Bis heute bietet er ideale Bedingungen für die Probenarbeit und das Vereinsleben.
Ein eigener, dauerhaft nutzbarer Probenraum ist für ein Orchester keineswegs selbstverständlich und stellt für uns einen besonderen Luxus dar. Unser herzlicher Dank gilt der Familie Fiehland für diese langjährige und außergewöhnliche Unterstützung.
Menschen, die Spuren hinterlassen haben
Die Geschichte des Akkordeon-Orchesters Kaltenkirchen wurde maßgeblich von engagierten Persönlichkeiten geprägt. Besonders hervorzuheben sind der langjährige 1. Vorsitzende und Ehrenvorsitzende Hans-Heinrich Koch, das Ehrenmitglied Peter Fiehland sowie die beiden letzten im Verein verbliebenen Gründungsmitglieder und Ehrenmitglieder Hetti Fiehland und Anneliese Böhme.
Alle Genannten sind leider inzwischen verstorben, ihr Engagement und ihre Verbundenheit mit dem Orchester bleiben jedoch unvergessen.



